Tag der Wolle 2019

(Dieser Beitrag enthält Werbung.) Der Tag der Wolle, veranstaltet vom OZ-Verlag, ist für mich jedes Jahr eines der Veranstaltungs-Highlights, die ich nicht verpassen möchte. In diesem Jahr fand er am 14. September statt, wie auch die letzten Male im Ballhaus Freiburg.

Diesmal fand das Event parallel zum „Craft and Chat“ statt, dazu später mehr.

Start war um 15:30 mit einem Sektempfang (für Abstinenzler wie mich gab es auch Orangensaft pur), der erste Möglichkeiten bot, sich mit Freunden und Bekannten vom letzten Mal auszutauschen. Nachdem jede Teilnehmerin (sowie zwei Herren) im Festsaal Platz genommen hatte, folgte die offizielle Begrüßung, und dann sauste ich von einem Ausstellungstisch zum nächsten, um all die tollen neuen Garnkreationen für die Herbst- und Wintersaison zu fotografieren, damit ich sie euch hier zeigen kann.

In diesem Jahr gab es Garne von Buttinette, Schoeller+Stahl, Pascuali, Lang Yarns, Woolly Hugs und Opal zu sehen, dazu Nadeln von Prym und Pony, Bücher des Christophorus-Verlags sowie viele verschiedene Etiketten-Typen der Firma Dortex, die übrigens auch die Namensschilder für die Veranstaltung produziert hatte.

Garne von Buttinette
Garne von Schoeller+Stahl
Garne von Pascuali
Garne von Lang Yarns
Garne von Woolly Hugs
Garne von Opal
Strick- und Häkelnadeln von Prym
Strick- und Häkelnadeln von Pony
Bücher aus dem Christophorus-Verlag
Etiketten-Beispiele von Dortex

Besonders interessant fand ich bei dieser Auswahl die Qualität „Suave“ von Pascuali. Ich sicherte mir gleich ein Knäuel und begann damit zu stricken. Es ist ein sehr weiches, federleichtes Baumwollgarn, bestehend aus einer Art Netz, das sehr feine Baumwollfasern enthält. Ich bin eigentlich kein großer Baumwoll-Fan, weil mir dieses Material zu schwer und zu sperrig ist. Aber dieses Garn verhält sich kein bisschen wie normale Baumwolle. Das Gestrick ist flauschig und etwas ungleichmäßig und erinnert mich an gebürstetes Mohair. Allerdings würde ich es mit etwas dünnerer Nadelstärke verarbeiten als auf dem Etikett angegeben und von mir getestet (4 mm), denn damit wird es ziemlich lappig und locker, und ich bevorzuge solideres Gestrick. Das Garn ist erhältlich in 25-g-Knäueln mit einer Lauflänge von 162 m und damit wirklich sehr, sehr leicht.

Auch ein anderes Garn von Pascuali probierte ich aus, nämlich die „Sole“, bestehend aus 90 % Baumwolle und 10 % Cashmere. Das daraus resultierende Gestrick entspricht dem, was man üblicherweise von Baumwolle erwartet. Auch dieses Garn habe ich mit einer 4-mm-Nadel getestet. Eine halbe Nadelstärke weniger wäre sicherlich nicht verkehrt, dafür ist das Garn auch ausgelegt. Wie man allerdings damit auf 29 Maschen pro 10 cm kommen soll, ist mir schleierhaft. So fest kann ich von Hand nicht stricken.

Unten: Suave, Mitte: Sole, oben: Fjord

Ein drittes Garn, das ich testete, ist „Fjord“ von Pro Lana bzw. Woolly Hugs. Dies ist ein Mischgarn aus 70 % Wolle und 30 % Polyacryl; es ist speziell gefärbt, so dass es einen Norwegermuster-Effekt ergibt, auch wenn man nur glatt rechts strickt. Ein 100-g-Knäuel hat eine Lauflänge von 350 m. Durch den Poly-Anteil ist es ein wenig dicker als eine fest verzwirnte reine Schurwolle und verträgt eine dickere Stricknadel. Auf der Banderole ist 5,5 bis 6,5 mm für eine Maschenprobe von 18 M auf 10 cm angegeben, aber das halte ich für zu lose. Mein Versuch mit (immer noch) Nadelstärke 4 ergab 22 M, und das finde ich gerade richtig.

Natürlich wurde bei dieser Veranstaltung auch für das leibliche Wohl gesorgt. Das Buffet bot eine süße und eine pikante Hälfte, und auch die Vegetarierinnen unter uns kamen auf ihre Kosten.

Buffet, süßer Bereich
Buffet, pikanter Bereich

Dann hatte ich noch das Vergnügen, der jungen Sandra von Buttinette etwas Nachhilfe im Stricken zu geben. Sie hatte behauptet, nicht stricken zu können, aber das stimmte gar nicht. Mit ein wenig Hilfe machte sie einen tadellosen Kreuzanschlag, und auch rechte Maschen gelangen ihr problemlos. Nur mit den linken tat sie sich etwas schwer, aber ich hoffe, dass sie sie nach diesem Abend ebenso gut beherrscht wie die rechten. Letztlich ist Stricken zu 90 Prozent eine Sache der Übung.

Etwas später wurde die Trennwand zwischen den Strickerinnen und den „Bastlerinnen“ geöffnet, und man konnte sich anschauen, was nebenan angefertigt wurde und welche Materialien dort zur Verfügung standen. Die Aktivitäten dort waren sehr vielfältig. Einige Teilnehmerinnen hatten Wimpel genäht, die mit Applikationen verschönert wurden; andere befassten sich mit Linolschnitt, wieder andere malten mit speziellen Farben Motive aus Stoff oder fertigten Teile aus Modelliermasse, die es inzwischen auch mit einer Art Leder-Effekt gibt. Die Möglichkeiten waren so verschieden wie die Personen, die sie nutzten.

Es war ein rundum gelungener Nachmittag und Abend, und alle Teilnehmer*Innen hatten viel Spaß. An dieser Stelle ganz herzlichen Dank an den OZ-Verlag und seine Industriepartner, die dieses tolle Erlebnis möglich gemacht haben.

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