Einkaufen in Covid-Zeiten

Seit gestern ist auch in meinem Wohnort, im Osten der Republik gelegen, die Sieben-Tage-Inzidenz über den Wert von 35 gestiegen. In so einer Situation bleibt man vorzugsweise zuhause.

Nichtsdestotrotz war heute nach zwei Wochen endlich wieder ein größerer Einkauf nötig. In so einem Fall mache ich mich per Auto mit mehreren großen Taschen und einem sehr langen Einkaufszettel auf den Weg.

Der erste Aufreger erwartete mich in der Tiefgarage meines bevorzugten Einkaufszentrums. Die Gänge bzw. Fahrwege dort sind recht großzügig. Normalerweise kommen zwei Fahrzeuge spielend aneinander vorbei. So ahnte ich auch nichts Böses, als ich auf der Suche nach einem freien Platz in meinen bevorzugten Gang bog, beziehungsweise einzubiegen versuchte. Ich (vorfahrtberechtigt) kam nämlich gar nicht um die Ecke, weil ein ältlicher SUV-Fahrer ganz selbstverständlich die Mitte des Fahrwegs für sein Fahrzeug beanspruchte. Hätte er sich auf die rechte Hälfte beschränkt, wäre ich problemlos an ihm vorbeigekommen. So jedoch ging es nicht. Zurück konnte ich nicht, weil hinter mir schon weitere Fahrzeuge dicht auffuhren. Dem SUV-Fahrer versperrte ich jedoch den Weg. Durch die Autoscheiben sah ich, wie er mich böse und wortreich beschimpfte; am liebsten hätte er mich wohl umgebracht. Ich zuckte nur mit den Achseln. Die einzige Lösung bestand darin, dass er einen Meter schräg zurücksetzte, um Platz zu schaffen. Als er das tat, nickte ich ihm lobend zu, was ihn anscheinend noch mehr ärgerte. Mein Auto ist recht handlich und hat einen beneidenswert kleinen Wendekreis, so dass ich nun mit ein wenig präzisem Zirkeln gut an ihm vorbei kam. Aber vor einem Kleinwagen überhaupt zurückweichen zu müssen ist für manche Fahrer wohl eine Zumutung sondergleichen.

Den Platz, der eigentlich für zwei Autos gedacht ist, allein in Anspruch zu nehmen, scheint bei den Besitzern größerer Fahrzeuge in Mode zu kommen. Als ich vor zehn Tagen den Parkplatz eines Hotels verlassen wollte, versperrte ebenfalls ein SUV die Mitte der eigentlich ausreichend breiten Auffahrt. Auch er musste erst einmal zurücksetzen, damit ich fahren konnte.

Zurück zu meinem heutigen Einkauf. Zu meiner Überraschung war Klopapier im Supermarkt noch reichlich vorhanden, und ich brauchte sowieso nur ein Paket. 🙂 Was ich nicht vorfand, waren Ersatzbürsten für die elektrische Zahnbürste. Allerdings bezweifle ich, dass dieser Engpass auf die Pandemie zurückzuführen ist. Davon abgesehen beschaffte mir ein freundlicher Angestellter ein Sixpack aus dem Lager.

Auch alles andere auf meinem Einkaufszettel war verfügbar, und an der Kasse musste ich nicht einmal lange warten, obwohl die alte Dame vor mir sich vom Kassierer mindestens fünfmal aufsagen ließ, wieviel sie bezahlen musste. So war ich nach etwa einer halben Stunde wieder auf dem Weg in die Tiefgarage.

Wenn man in diesem Supermarkt für mehr als 30 € einkauft, hat man übrigens eine Stunde kostenlose Parkzeit. Ich finde diesen Service extrem praktisch und nutze ihn regelmäßig bei meinen Einkäufen.

Und nun noch der ultimative Tipp für alle, die sich genötigt sehen, wieder einmal zu hamstern: Kartoffeln sind für Covid-Hamster nützlicher als Nudeln. Man kann nämlich Nudeln aus Kartoffeln herstellen, was umgekehrt nicht möglich ist.

2 Gedanken zu „Einkaufen in Covid-Zeiten“

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