Etwas für den Kopf

Im letzten Februar begann ich mit dem Stricken der Mütze „Grayce“. Sie stammt ursprünglich aus dem Adventskalender 2018 von Birgit Freyer. Das Muster ist nicht zu schwierig und nicht zu langweilig, Rechts-Links-Querrippen und zwischendrin Hebemaschen.

Bei der ersten Hälfte kam ich gut voran, obwohl ich das Garn nicht gerade einfach zu verarbeiten fand. Es ist eine flauschige Alpakamischung, und ich stach fast so oft durch den Faden wie in die Maschen, trotz der relativ stumpfen Holznadeln, die ich verwendete. Mit spitzen Nadeln wäre es wahrscheinlich noch mühsamer gewesen.

Es folgte der Moment der Entscheidung: Wie hoch soll man so eine Mütze stricken? Da ich, im Gegensatz zu gewissen anderen Strickerinnen (hallo Angela!) alles andere als eine Mützen-Expertin bin, hatte ich keinen blassen Schimmer. Aus der Anleitung ging ebenfalls nichts Konkretes hervor. Darin stand nur, man möge den Rapport bis zur gewünschten Größe wiederholen. Ich war ratlos.

Und so kam es, wie es kommen musste: Das Gestrick endete noch im Februar im UFO-Status. Es ist ja nicht so, dass ich sonst keine Mütze hätte. Außerdem wurde es erst Frühling und dann Sommer. Wer braucht da schon Alpaka-Mützen?

Dann kam allmählich der Herbst; inzwischen ist es draußen schon ziemlich ungemütlich. Und gestern nachmittag fiel mir die angefangene Mütze wieder in die Hände. Was lag näher, als sie zu inspizieren und erst einmal weiterzustricken? Natürlich fiel mir dann auch ein, dass ich seinerzeit mit der fehlenden Höhenangabe gehadert hatte. Aber diesmal ging ich das Problem pragmatisch an. Ich maß an mir die Länge von einem Ohrläppchen über den höchsten Punkt des Kopfes zum anderen. Das waren etwa 44 cm. Daraus schloss ich, dass die Mütze wohl passen würde, wenn sie ungefähr 22 cm hoch wird, denn über die Ohren soll sie schon reichen.

Mütze "Grayce"

Mit insgesamt sechs Querrippen hatte ich dann knapp die erforderliche Höhe erreicht. Es folgten noch die Abnahmen für die Spitze, und schon war das Teilchen fertig. Ein Tag hatte ausgereicht, nachdem das Projekt neun Monate herumgelegen hatte. Ich staunte über mich selbst. Heute kam noch eine Runde in der Waschmaschine (natürlich im Wollwaschgang und mit Wollwaschmittel); es war ohnehin gerade eine Maschine fällig. Nun trocknet die Mütze sachte vor sich hin und wird morgen einsatzbereit sein. Und ja, sie passt.

Ein Gedanke zu „Etwas für den Kopf“

  1. Deine Geschichte mit der Mütze war interessant zu lesen, denn ich hadere mit meinen Mützen. Ich werde direkt mal meinen Kopf so ausmessen, wie du es beschrieben hast. Denn alle meine Mützen (es sind erst drei) haben die gleiche Höhe und immer pfeift der kalte, ostfriesische Wind an meine Ohren.

    Also sind sie entweder zu kurz oder nicht eng genug an den Ohren, vielleicht auch beides. Da ich jetzt fast jeden Morgen nach dem Frühstück eine Runde walke, muss ich mir da was überlegen.
    Da kommt mir dein Erfahrungsbericht gerade recht.

    Deine Mütze sieht sehr schön aus!

    Liebe Grüße
    Moni

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*