Mütze für einen kleinen Elefanten

Ich bin nach wie vor im 13aus13-Fieber und habe vor zwei Tagen das neunte Projekt angefangen, die Mütze “Felted Cloche” aus dem Buch “Knit Noro”. Ich stricke mit der vorgesehenen Nadelstärke 6 mm über die vorgesehenen 96 Maschen. Aber bereits jetzt zeigt sich, dass die angegebene Menge von zwei Knäueln Noro Kureyon mir im Leben nicht reichen wird, denn das erste Knäuel ist schon fast aufgebraucht, es fehlt aber noch knapp die Hälfte der Höhe.

Felted Cloche, Start

Außerdem hat die Mütze den gewaltigen Umfang von 70 cm. Gut, das Ding soll noch gefilzt werden. Aber mein Garn reicht einfach nicht, ich habe davon nicht mehr als zwei Knäuel, und irgendwie sollte das doch gemäß Anleitung genug sein.
Schön wäre es, wenn nicht nur die Maschenprobe nach dem Filzen angegeben wäre, sondern auch eine mit den Werten davor, damit man weiß, wie fest oder locker man stricken sollte. Leider, leider haben daran weder die Designerin noch die Herausgeber gedacht. Wäre ja auch zu einfach gewesen.
Nun werde ich das Monsterteil wieder aufziehen und mein Glück mit weniger Maschen erneut probieren.

Maschinegestricktes aus der “Sabrina”

Es wird ja vor allem in intellektuell angehauchten Strick-Kreisen gern über die “Sabrina” gelästert. Manche finden sie trutschig, manche sagen dazu uninspiriert, manche meinen, langweilig sei der richtige Ausdruck. Ich finde sie eigentlich gar nicht so schlimm. Viele Modelle stehen den angeblich so genialen US-amerikanischen Schöpfungen kaum nach, haben aber erfreulich kürzere Anleitungen. Deutlich kürzer. Was in einer US-Anleitung über drei Seiten geht, das handelt die “Sabrina” auf weniger als einer Viertelseite knapp und dennoch verständlich (für mich jedenfalls) ab. Ja, ich mag kurze Anleitungen mit Strickschrift und Schnittschema.

Durch eines zeichnet die “Sabrina” sich allerdings nicht aus: Anleitungen zum Maschinestricken. Umso überraschter war ich, im April-Heft das Modell Nr. 8 zu entdecken. Ein erster schneller Blick enthüllte: Das Ding hat keine Rippenbündchen, also ein klassischer Fall für die Einbett-Strickmaschine. Die Maschenprobe für das relativ dünne Garn deutet auf den Grobstricker. Der Schnitt ist extrem simpel, mit möglichst wenig Formgebung. Und die Stricktechnik mit den Umschlägen über fünf Reihen ist für Handstricker nicht nur ungewöhnlich, sondern auch ungewöhnlich schlecht zu stricken. Eine Handstrickerin würde hier eher tiefgestochene Maschen arbeiten, weil die gleichmäßiger werden.

Das alles waren für mich beste Voraussetzungen, das Modell auf der Strickmaschine nachzuarbeiten. Und das ist wunderbar gelungen, ausnahmsweise mal ohne Pannen und gefallene Maschen.

Pullover im Fangmuster

Natürlich verwendete ich nicht das Originalgarn, sondern ein etwa zwanzig Jahre altes aus meinem Vorrat: 450 g Schewe Damasco (100 % Baumwolle, 280 m/100 g) in Kakaobraun habe ich mit MW 1 auf dem Grobstricker verstrickt. Meine Maschenprobe wich etwas ab, und die Maße der Schnittteile habe ich auch ein wenig angepasst.
Im Original sollen alle Kanten umhäkelt werden. Stattdessen strickte ich überall fünf Reihen kraus mit der Hand an. Um möglichst wenig Fadenenden vernähen zu müssen, startete ich alle Teile mit Webanschlag und sechs Reihen glatt rechts, dann kam eine Reihe Nylonfaden, und dann begann ich erst mit dem eigentlichen Teil. Die nach unten zeigenden Schlaufen der ersten Reihe nahm ich dann auf eine Stricknadel, löste den Nylonfaden heraus und konnte dann mit dem anhängenden Garn wunderbar meine Krausreihen stricken.
Den Halsausschnitt arbeitete ich wie gewohnt mit verkürzten Reihen, schloss dann eine Schulternaht und strickte die Kraus-Blende von Hand an.

Die verstrickte Dienstagsfrage 14/2013

Diese Woche fragt das Wollschaf:
Ich habe letztens einen wirklich schönen Pullover angeschlagen, nach dessen Garn ich mir regelrecht die Hacken abgelaufen hatte. Kaum begonnen, war die Anleitung nirgends zu finden. Als ich das betreffende Buch wieder geliehen und eine neue Kopie gefertigt hatte, entdeckte ich einen Fehler und musste ein großes Stück ribbeln. Und das war nur der Beginn einer regelrechten Pannenserie bis ich den Pullover entnervt aufgab. Nun meine Frage: passiert Euch das auch, dass sich ein Projekt einfach nicht beenden lassen möchte?
Vielen Dank an „Praagelmam“ für die heutige Frage!

Ganz so dramatisch ist es bei mir nicht, vor allem nicht die Sache mit der Garnbeschaffung, da ich zuhause mehr als genug Garn habe und auch fest entschlossen bin, zumindest einen Teil davon erst einmal zu verarbeiten, bevor neues ins Haus kommt.
Aber ansonsten: Ja, manche Projekte wollen einfach nicht angefertigt werden. Bei einem Pullover suchte ich verzweifelt das Buch mit der Anleitung und fand es nicht, nicht in meinem Bücherregal und überraschenderweise auch nicht bei Amazon. Das war kein Wunder; ich hatte nämlich nach dem Namen der Designerin gesucht und nicht nach dem der Buchautorin. Als mir das auffiel und ich richtig nachschaute, fand ich das Buch im Bücherregal dort, wo es hingehörte.
Ich halte mich normalerweise für eine recht routinierte Maschinenstrickerin, aber in letzter Zeit geht bei jedem Projekt etwas schief. Manchmal fallen nur einzelne Maschen. Wenn das aber in einem Lochmuster passiert, kann es ziemlich zeitraubende Folgen haben. Manchmal fällt auch eine ganze Pulloverhälfte, weil man den Faden nicht richtig eingefädelt hatte. Und dann muss mitunter ein größeres Stück aufgeribbelt werden, bevor es planmäßig weitergehen kann.
Dass ich ein Pannen-Teil komplett aufgebe, passiert aber selten. Meistens beseitige ich die Fehler sofort; mitunter kann es auch ein paar Tage dauern, bevor ich mich dazu aufraffen kann.

Häkel-Möbiusschal

Es wird Zeit, dass ich mit meinen “13aus13”-Projekten weitermache, sonst werde ich nicht rechtzeitig damit fertig.
Der Abwechslung halber ist nun Häkeln angesagt. Die Anleitung für diesen Schal in einem interessanten Muster mit verkreuzten Stäbchen stammt aus dem japanischen Buch “Let’s Knit 2010” (leider finde ich keinen funktionierenden Link mehr dafür). Natürlich verstehe ich nicht Japanisch, aber die Schemazeichnung für das Muster ist gut verständlich. Und obwohl ich seit Jahren nicht mehr gehäkelt habe, geht es mir gut von der Hand.

Gehäkelter Schal

Das Garn ist Fischer “Luxor Hochglanz” in Farbe Kupfer, und es liegt hier seit bestimmt schon zwanzig Jahren herum.

Die verstrickte Dienstagsfrage 14/2013

Diese Woche fragt das Wollschaf:
Die letzten Mützen sind gestrickt, die ersten Handschuhe schon wieder verloren. Und jetzt? Welche Projekte habt Ihr Euch für die warme Jahreszeit vorgenommen?
Vielen Dank an “Tee & Kekse” für die heutige Frage!

Stricktechnisch wird’s bei mir nie langweilig, egal welche Jahreszeit der Kalender oder das Wetter vorgeben.
Ich bin noch nicht fertig mit meiner “13aus13”-Aktion. Das nächste Projekt ist ein dekorativer Häkelschal, den man sicherlich auch bei warmem Wetter tragen kann.
Davon abgesehen richte ich mich beim Stricken nicht unbedingt nach den Jahreszeiten. Ich habe kein Problem damit, im Sommer an Winterkleidung zu stricken oder im Winter leichte Sommerpullis anzufertigen. Das hat den Vorteil, dass die Sachen zum Beginn ihrer Saison auch gleich getragen werden können.

Endlich!

Es ist geschafft, der “Strandwanderer” ist fertig, und ein ungeliebter Strang Wollmeise ist verarbeitet.

Strandwanderer-Tuch

Ich habe insgesamt 18 Querstreifen gestrickt, wie in der Anleitung angegeben. Zwar hatte ich in den letzten Reihen Angst, dass das Garn nicht reichen würde, aber ich hab’s einfach riskiert, und zu guter Letzt waren sogar noch zwei (!) Gramm übrig. Mein Tuch wiegt 158 g.

Nun freue ich mich, ein neues Projekt beginnen zu können. Es wird der gehäkelte Möbius-Schal aus “Let’s Knit 2010” sein. Das ist eine japanische Anleitung, aber da es eine übersichtliche Häkelschrift gibt, kann man sie problemlos nacharbeiten.

Rosa Tunika

Rosa ist so gar nicht meine Farbe. Aber ich fand diese zarte Farbkombination aus Altrosa, Apricot und Mauve unwiderstehlich und wollte sie wenigstens einmal verstricken. Dies ist nun das Ergebnis, und natürlich ist dieses Mittelding aus Pullunder und Tunika nicht für mich, sondern für meine Mutter, die solche Farben gut tragen kann.

ärmellose rosa Tunika

Verstrickt habe ich etwa 160 g Posh “Madeleine” (800m/100g) in der Farbe “ask me to dance”. Damit es nicht zu langweilig aussieht, ist vorn und hinten in der Mitte ein senkrechter Lochmusterstreifen (Muster 142 aus dem Stitchworld-Musterbuch). Die Blenden sind kraus mit dem KG gestrickt.

Detail Halsblende und Muster

Zwei Wochen habe ich daran gearbeitet, weil ich nur an den Wochenenden jeweils ein paar Stunden Zeit am Stück mit dem Stricken verbringen konnte. Und ganz unfallfrei lief es auch nicht. Mehrmals fielen beim Lochmuster die Maschen, so dass ich ein jeweils paar Reihen aufziehen musste, um das Muster wieder in die richtige Bahn zu bringen. Aber das Ergebnis entschädigt für den Frust und die Mühe.

Die verstrickte Dienstagsfrage 13/2013

Diese Woche fragt das Wollschaf:
Ich bin begeistert und erstaunt, wieviel tolle Sachen in sehr kurzer Zeit gestrickt werden. Meine Frage: Wird das alles von Hand gestrickt oder strickt die eine oder andere auch mit der Maschine? Woher bekommt man gute Anleitungen für das Maschine stricken? Was sind die Vor- und Nachteile von den beiden Arten zu stricken? Oder strickt eine Handstrickerin lieber nicht mit der Maschine? Auf eure Antworten freue ich mich!
Vielen Dank an Anja für die heutige Frage!
Das Wollschaf wünscht allen ein frohes Osterfest!

Mir ist nicht ganz klar, worauf diese Dienstagsfrage abzielt. Wünscht die Fragestellerin detaillierte und fachkundige Informationen über das Stricken mit Maschine? Da würde ich natürlich sofort das Strickforum empfehlen. 🙂

Wird das alles von Hand gestrickt oder strickt die eine oder andere auch mit der Maschine?
Ich kann natürlich nur für mich antworten. Ich stricke sowohl mit der Hand als auch mit Maschine. Und ich bin in beiden Disziplinen eher langsam.

Woher bekommt man gute Anleitungen für das Maschine stricken?
Heutzutage praktisch nirgends. Man macht sich die Anleitungen deshalb selbst. Planen und Berechnen machen nach meiner Erfahrung etwa 70 % des Maschinestrickens aus. Wer meint, Maschinestricken beschränke sich nur auf das Hin- und Herschieben des Schlittens und sei deshalb langweilig, unterliegt einem fundamentalen Irrtum.

Was sind die Vor- und Nachteile von den beiden Arten zu stricken?
Mit der Maschine kann man glatt-rechts-Gestrick und alles, was darauf basiert (z.B. Norwegermuster) wesentlich einfacher und schneller stricken als von Hand. Mit Doppelbettergänzung sind auch Rippenmuster und z.B. Patent flott gestrickt. Vor allem bei dünnem Garn ist das eine enorme Arbeitserleichterung. Es gibt Maschinenmuster, die man nicht oder nur mit großem Aufwand von Hand stricken kann und umgekehrt auch Handstrickmuster, die sich nicht auf die Maschine übertragen lassen. Eine Maschine strickt nicht gemustert in Runden. Man tut gut daran, flach zu stricken und dann die Teile zusammenzunähen. Ich sehe schon die Panik in den Augen einiger Handstrickerinnen, kann Euch aber versichern, dass das Zusammennähen von maschinegestrickten Teilen nicht annähernd so mühsam ist wie das Zusammennähen Eurer handgestrickten Teile mit den geschlamperten Randmaschen. Strickmaschinen produzieren nämlich wunderschöne Randmaschen, die man kinderleicht im Matratzenstich zusammenfügen kann.
Maschinen sind allerdings wählerisch, was das Garn betrifft, d.h. für dünnes, mittelstarkes und dickes Garn benötigt man eigentlich drei verschiedene Maschinen. Eine einzige, mit der man von Nadelstärke 2 bis Nadelstärke 8 alles stricken kann, gibt es nicht.

Oder strickt eine Handstrickerin lieber nicht mit der Maschine?
Das hängt von der Persönlichkeit der Strickerin ab, würde ich mal sagen. Ich war früher eine leidenschaftliche Handstrickerin und hatte dann ebenso großen Spaß am Maschinestricken. Allerdings hatte ich auch eine ausgezeichnete Lehrerin, die mir vieles beibrachte, das nicht in den Anleitungsbüchern steht. Manchen Menschen liegt es, mit Maschine zu stricken, andere lernen es nie. Wer keine Lust oder kein Talent zum Planen und selbständigen Berechnen hat, wird wenig Freude an einer Strickmaschine haben, denn fertige Anleitungen für Stricksachen gibt es kaum. Wer zu faul oder zu unkonzentriert ist, die Bedienungsanleitung genau zu lesen und zu befolgen, sollte ebenfalls die Finger von einer Maschine lassen. Wer ungeduldig ist und sofort sicht- und tragbare Erfolge will, muss Geduld und mehrere Wochen bis Monate an Einarbeitungszeit aufbringen, denn den Umgang mit einer Maschine lernt man nicht in fünf Minuten. Maschinestricken wird gern gern mit Autofahren verglichen; man braucht Zeit, Übung und Konzentration, bis man beides einigermaßen gut kann.

Ich möchte meine Maschinen jedenfalls nicht missen. Sie erweitern meine kreativen Möglichkeiten enorm.

Langsame Wanderung

Seit mehr als fünf Wochen stricke ich am “Strandwanderer”. Es zieht sich hin, obwohl ich schon mit allerlei Tricks arbeite. Beispielsweise wende ich bei den Querstreifen nicht nach jeweils drei Maschen, sondern ich stricke linke Maschen rückwärts. Das war zuerst etwas mühsam, aber nach kurzer Zeit hatte ich eine Methode gefunden, mit der es mir gut von der Hand geht. Um wirklich Zeit zu sparen, wechsle ich dabei nicht die Hand, die den Faden hält. Ich versuchte noch eine andere Variante, bei der ich den Faden mit einer Hand um die Nadel wickele, aber das erzeugte einen solchen Zug auf den Faden, dass ich mir fast den linken Zeigefinger abschnürte.

Um am Ende eines Querstreifens nicht eine endlose Zahl von Randmaschen aufnehmen zu müssen, fasse ich alle paar Kurzreihen schon mit der rechten Nadel Maschen auf. Dann sind es am Ende weniger Maschen, und es geht zumindest gefühlt schneller.

Strandwanderer-Tuch

Allerdings habe ich immer noch nicht kapiert, was genau denn das Knötchen ist, das man auffassen soll. Aber das macht wohl nichts, denn hinterher kann man ohnehin nicht mehr genau erkennen, wo etwas aufgenommen wurde.