Schalzeit

Dieser Schal entstand nach der Idee des “Braided Neckpiece” aus Teva Durhams Buch “Loop-d-Loop”, jedoch verwendete ich dünneres Garn und eine 3 mm Rundstricknadel, nahm andere Strickmuster (kraus und 1rechts 1links) und strickte das Ganze etwas schmaler und kürzer. Man zieht den Schal über den Kopf, er ist dehnbar genug, um dann dicht am Hals anzuliegen, ohne die Trägerin zu “erwürgen”.
Und ja, ich mag Rot. 🙂

Flechtschal, braided scarf

Scarf time

I took the idea for this scarf from Teva Durham’s “Braided Neckpiece” (from her book “Loop-d-Loop”), but I used finer yarn, a 3 mm circular needle, different knit stitches (garter stitch and knit1 purl1) and made the whole thing somewhat narrower and shorter. The scarf is pulled over the head, it’s springy enough to fit closely around the neck without “strangling” the wearer.
And yes, I like red. 🙂

Anleitung für Möbiusschal oder Möbiusstirnband

Referrer sind eine feine Sache. Aus ihnen kann ich erkennen, woher meine Besucher kommen, und wenn sie von einer Suchmaschine kommen, weiß ich auch, wonach sie gesucht haben.
Seit ich erwähnte, daß meine Kollegin an einem hühnerfarbenen Möbius strickt, ist die Zahl der möbiusanleitungssuchenden Besucher signifikant gestiegen. Nur haben sie hier ja bisher keine echte Anleitung gefunden. Das hat sich geändert, hier ist nun eine Anleitung. 🙂

1. Garn aussuchen. Für so ein Teil sollte es unbedingt ein weiches Material sein, das man gut auf der Haut erträgt. Je nach gewünschter Weite und Höhe würde ich 100 bis 250 g Garn für einen Schal vorschlagen. Für ein Stirnband genügen 50 g.

2. Passende Nadel verwenden. Die empfohlene Nadelstärke ist normalerweise auf der Banderole angegeben. Auch wenn es unlogisch klingt, die Nadel sollte deutlich länger sein als der gewünschte Umfang des Möbiusbandes, da sie zweimal um den Schal herumreichen muß! 80 cm ist knapp, 100 cm sind besser.

3. Ungefähre gewünschte Weite festlegen und Maschenprobe machen. Schal bzw. Stirnband sollten über den Kopf passen, also mindestens knapp die Kopfweite. Gestricktes ist ja zum Glück dehnbar. Will man den Schal später zweimal um den Hals schlingen, muß er natürlich weiter sein.

4. Benötigte Maschenzahl gemäß Maschenprobe ermitteln: Angenommen, Eure Maschenprobe ergibt 14 Maschen auf 10 cm, und Euer Stirnband soll 55 cm weit werden, dann braucht Ihr 1,4 mal 55 = 77 Maschen.

5. Maschen anschlagen. Für dieses Strickteil am besten durch Aufschlingen (im Englischen “half-hitch” genannt).

6. Maschen zur Möbius-Runde schließen: Darauf achten, daß der Anschlag nicht verdreht ist. Nach der zuletzt angeschlagenen Masche einen Maschenmarkierer auf die rechte Nadel nehmen, um den Anfang der Möbiusrunde zu markieren.
Mit dieser Nadelspitze, auf der die zuletzt angeschlagene Masche ist, zur ersten angeschlagenen Masche gehen und die Schlaufe zwischen der ersten und zweiten Masche abstricken, OHNE sie von der Nadel zu nehmen! Von der Nadel nehmen geht sowieso gerade nicht, weil die zweite Nadelspitze zu diesem Zeitpunkt gerade irgendwo herunterhängt und nicht erreichbar ist. Die folgenden Schlaufen ebenfalls abstricken, wenn gewünscht, in einem Muster.

Irgendwann sind alle Zwischenschlaufen abgestrickt, und die Nadelspitzen treffen sich wieder. Der Maschenmarkierer ist jetzt auf dem Seil unterhalb der Nadelspitzen, das heißt, eine halbe Möbiusrunde ist gestrickt. In diesem Moment habt Ihr vermutlich das Gefühl, alles komplett durcheinandergebracht zu haben.

7. Nicht verzweifeln, das Schlimmste ist geschafft! Jetzt ist die doppelte Maschenzahl auf der Nadel. Der Schal bzw. das Band wird nun von der Mitte aus in einer Doppelspirale nach außen, von einer Nadelspitze zur anderen in Runden gestrickt. Am besten eignet sich ein Muster, das von beiden Seiten gleich aussieht und sich nicht einrollt, z.B. kraus.

Die nächste halbe Runde ist jetzt noch etwas mühsam, weil die Maschen vom Aufschlingen noch verdreht auf der Nadel sind. Sie müssen vor dem Abstricken abgehoben und zurückgedreht wieder auf die linke Nadel gehängt werden. Wie herum man drehen muss, hängt davon ab, ob man beim Aufschlingen das Fadenende vor oder hinter der Nadel hatte, also die Masche genau anschauen und danach entscheiden, ob man sie mit oder gegen den Uhrzeigersinn dreht. Lief der Arbeitsfaden dabei nach hinten (wie auf dem Bild oben), dreht man im Uhrzeigersinn, lief er nach vorn, dreht man gegen den Uhrzeigersinn.
Wenn der Maschenmarkierer von der linken auf die rechte Nadel gehoben wird, ist die erste komplette Runde geschafft, ab jetzt ist es einfach, und die Maschen sollten richtig orientiert auf der Nadel liegen. Nach wenigen Runden sieht man schon, daß man auf dem richtigen Weg ist.

8. Wenn der Schal oder das Stirnband die gewünschte Höhe hat (irgendwo zwischen 10 und 50 cm), alle Maschen abketten, wie sie erscheinen. Erst jetzt entrollt sich das Möbius-Wunder in seiner ganzen Schönheit.

9. Alle Fäden unsichtbar vernähen und das Endprodukt mit Stolz tragen — oder verschenken. 🙂

Kombu Scarf, deutsche Anleitung

Es wurde ja schon mehrfach nach der Übersetzung für diese Anleitung gefragt. Kim Salazar ist zur Zeit dabei, das geplante Zuhause dafür zu überarbeiten, nämlich ihre offizielle Website http://www.wiseneedle.com. Das wird noch ein Weilchen dauern. In der Zwischenzeit hat sie die Kombu-Scarf-Anleitung in ihrem Blog http://string-or-nothing.blog-city.com/ untergebracht. Viel Spaß damit! 😀

Wie man Fransen an einen Schal bringt

Die Fortgeschrittenen lesen jetzt bitte mal weg, dies ist ein Tipp für die Anfänger unter den Strickern und speziell für die Schal-Stricker.

Aus den Logfiles weiß ich, daß viele Besucher sich hierherverirren, weil sie auf der Suche nach einer Anleitung für Fransen sind. Voilà, hier ist sie:

1. Entscheiden, wie lang die Fransen ungefähr werden sollen.
2. Garn um einen Gegenstand wickeln, der ungefähr so breit ist, wie die Fransen lang werden sollen. Ein Taschenbuch oder eine CD-Hülle eignen sich bestens.
Fransen passend zurechtschneiden
3. Das Garn an einer Kante des Gegenstands durchschneiden. Ihr habt jetzt eine gute Handvoll ungefähr gleich langer Fäden, die gut doppelt so lang sein sollten, wie Ihr Eure Fransen haben wollt.
4. Je nach gewünschter Dicke der Fransen etwa 2-5 Fäden auf einmal fassen und in der Mitte falten, so daß ein “U” entsteht. Mit einer dicken Häkelnadel in die Kante des Schals (oder wo auch immer Ihr die Fransen haben möchtet) stechen und die Mitte des “U” ein Stück durchziehen.
Fransenmitte durch die Kante ziehen
5. Die Enden der Fäden jetzt durch die entstandene Schlaufe durchziehen und festzurren.
Fransenenden durch die Schlaufe ziehen
6. Sind alle Fransen eingeknüpft, schneidet man sie noch auf gleichmäßige Länge, wenn erforderlich.

Das war’s auch schon.

Ich missioniere

Es begann vor einiger Zeit damit, daß eine meiner ausnahmslos netten Kolleginnen diesen Schal

an meinem Hals bestaunte. Einen in dieser Art wollte sie auch gern haben. “Kein Problem”, sagte ich, “das ist einfach zu stricken, nur rechte und linke Maschen; ich mache dir den Anschlag, und den Rest strickst du selbst.”
Nun kam sie an mit drei hühnerfarbenen*) Knäueln “Brazilia Color” und einer 80 cm langen Nadel Stärke 5 mm. Zugegeben, “Brazilia” ist nicht gerade das einfachste Garn, wenn es um einen Möbiusschal geht. Man kann die Maschen 'mang all dem Gefussel kaum erkennen, wie auch die Kollegin inzwischen feststellte. Und eine 80 cm lange Rundstricknadel ist, würde ich mal sagen, das Mindeste, das man sich gönnen sollte, selbst wenn der Schal nur eine geplante Weite von 60 cm haben soll. Mit einer 100-cm-Rundnadel würde es sich noch angenehmer stricken, aber die Handarbeitsabteilung des örtlichen Kaufhäuschens bietet solcherlei Auswahl leider nicht.

Der Anfang ist mittlerweile gemacht, und ich bin gespannt, wie es mit dem Schal weitergeht. Für alle, die es in der Zwischenzeit selbst versuchen wollen: Ich habe 108 Maschen aufgeschlungen und beim Weiterstricken eine Runde von 215 Maschen (es muß eine ungerade Zahl sein) auf die Nadeln genommen. Gestrickt wird im Perlmuster, immer abwechselnd 1re 1li und in jeder Reihe/Runde versetzt, damit der Schal von beiden Seiten gleich aussieht.

*) Der Begriff “hühnerfarben” stammt von einem meiner ausnahmslos kreativen Kollegen. Als er mir beim Anschlagen der Maschen zuguckte (in der Frühstückspause natürlich, nicht während der Arbeitszeit), fühlte er sich durch die Farbkombination Hellbraun, Natur und Orange spontan an das Federkleid eines Haushuhns erinnert.

Maßarbeit

Der Kombu Scarf wurde am Wochenende fertig. Wie ich schon geschätzt hatte, ist er fast exakt 140 cm lang geworden.

Kombu Scarf, fertig gestrickt

Ich finde, in diesem glatten, einfarbigen Garn kommt die Struktur besonders schön zur Geltung.
Von den drei Knäueln à 90 m blieben ziemlich genau 120 cm übrig. Und für die Statistiker unter den Lesern: Begonnen hatte ich den Schal eine Woche zuvor, das ergäbe eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 1,4 m pro Stunde, wenn ich ununterbrochen daran gestrickt hätte. Ja, ich weiß, weltrekordverdächtig ist das nicht. 😉

Noch eine Anmerkung: Es wird ja fast immer geraten, neue Knäule am Rand anzufangen. Bei diesem Schal ist das keine gute Idee! In den Zacken kann man die Fäden nämlich nicht unsichtbar vernähen. Ich habe deshalb immer mitten in der Reihe gewechselt, beide Fäden zunächst lose hängen gelassen und sie am Ende gerade soweit angezogen, daß alle Maschen gleich groß wurden. Dann (was man eigentlich auch nicht tun soll, aber an dieser Stelle hilft’s) die Fadenenden fest verknotet und getrennt diagonal im Gestrick vernäht. Und ich schwöre Euch, man sieht nix!

Ein neues WIP

Nachdem die rosa Jacke fertig ist und ich noch drei 50-g-Knäule vom Hauptgarn übrig hatte, war ich auf der Suche nach einer Idee für einen Schal. Nicht einfach nur im Rippenmuster oder kraus sollte es sein, sondern schon etwas Besonderes für eine besondere Empfängerin.

Im Blog von Kim Salazar fand ich einen Link zu dem Muster, für das ich mich dann entschied: Es wird der Kombu-Schal. Die Anleitung ist für ein etwas dünneres Garn gedacht, als ich es habe, aber dafür habe ich ein paar mehr Meter von meinem, so daß ich wohl gut auskommen werde. Der Schal wird etwa 15 cm breit und voraussichtlich 140 cm lang.

Kombu Schal in Arbeit, Design Kim Salazar

Achtung, dieses Muster hat’s in sich! Ich halte mich ja für eine ziemlich gute Strickerin, aber hier muß ich mich wirklich konzentrieren. Es werden zu Recht Maschenmarkierer empfohlen; ohne sie ist es extrem schwierig, weil die Maschenzahl des Randmusters immer variiert. Ein Reihenzähler ist eine zusätzliche Hilfe, damit man die Orientierung im Hauptmuster nicht verliert.

Bisher habe ich gut vier Mustersätze gestrickt und muß immer noch bei jeder Reihe auf die Zeichnung gucken. Aber die Mühe lohnt sich. Mit dem glatten Garn kommt das Muster richtig schön zur Geltung, es ist von beiden Seiten gleichermaßen ansehnlich, und die Strick-Unregelmäßigkeiten werden sich hoffentlich nach der ersten Wäsche verziehen.

Einen Schal stricken

Auch in diesem Herbst werden vermutlich wieder viele Strick-Neulinge erstmals zu den Nadeln greifen und ihren ersten Schal beginnen (und hoffentlich auch glücklich beenden). Die einfachste Variante geht übrigens so:

Man geht in ein Wollgeschäft, befühlt dort die schönen Garne und kauft sich von der Sorte, die man am schönsten findet, zwei bis drei Knäule. Dazu eine Rundstricknadel in passender Stärke (die Stärke sollte auf der Banderole des Garns vermerkt sein), etwa 80 cm lang. Keine ganz kurze nehmen, damit läßt es sich nur schlecht stricken! Und sehr lange sind auch unbequem.

Mit dieser Ausrüstung schlägt man nun etwa doppelt soviele Maschen an, wie auf der Garn-Banderole für 10 cm angegeben sind. Das ergibt dann einen Schal von gut 20 cm Breite. Dann strickt man immer rechte Maschen, immer gerade hin und her. Das entstehende Muster heißt “kraus”. Es hat den großen Vorteil, daß es auf beiden Seiten gleich aussieht (das ist praktisch bei einem Schal) und sich vor allem nicht einrollt, wie glatt rechts Gestricktes es gern tut.
Stricken, bis das Garn fast aufgebraucht ist. Zuletzt werden alle Maschen abgekettet. Nun noch die Fäden vernähen, und fertig ist der erste, schöne Schal.

Viel Erfolg!

Nachtrag vom 13.12.2007:
Da es sich offenbar noch nicht bei allen Lesern und Leserinnen herumgesprochen hat, dass man stricken erst einmal lernen sollte, bevor man versucht, einen Schal zu stricken ;-), hier ein paar Links zum Erlernen der wichtigsten Fertigkeiten:

Maschen anschlagen (ich empfehle den Kreuzanschlag)
Rechte Maschen stricken
Maschen abketten

Und nicht vergessen, mit dem Stricken verhält es sich wie mit Schreiben, Radfahren und Klavierspielen: erst die Übung macht den Meister.

Und weil’s so schön war…

…und weil ich auch noch rotes Garn vom Høxbro-Pullover übrig habe, gibt’s den krausen “Ruffles” noch mal in Rot:

“Ruffles”, erster Keil gestrickt
Der erste Keil ist gestrickt…

“Ruffles”, zweiter Keil gestrickt
…und der zweite auch. So geht es abwechselnd weiter.

Diese Farbe läuft kürzer als das Naturweiß, eine Folge des Färbeprozesses. Ich werde deshalb wohl mehr als nur drei Knäule brauchen, um dieselbe Länge zu zustandezubringen. Zum Glück habe ich ausreichend Garn übrig.

Was mag das sein?

“Ruffles”-Schal von Amanda Blair Brown, kraus gestrickt

Ganz recht: “Ruffles” von Amanda Blair Brown, allerdings durchgehend kraus gestrickt. Meine Probe in ihrer Rechts-Links-Version gefiel mir überhaupt nicht, aber das Prinzip fand ich interessant. Deshalb entschloß ich mich, es einfach anders zu machen als alle anderen, die da fröhlich Fransen-Effektgarne verarbeiten.

Verstrickt habe ich drei 50-g-Knäuel naturfarbene Bouretteseide mit einer Lauflänge von 165 m, ein Rest von meinem Høxbro-Pullover. Der Schal ist 180 cm lang, läßt sich bequem zweimal um den Hals schlingen und sieht aus wie eine Mischung aus Fin-de-siècle-Boa und hawaiianischem Lei. Mir gefällt’s. 🙂

Für alle unvermeidlichen Nach-der-Anleitung-Frager: Hier ist der Link zu “Scarf Style” von Pam Allen. Außer “Ruffles” enthält das Buch noch 30 weitere Anleitungen für Schals im weitesten Sinne in den verschiedensten Stil- und Geschmacksrichtungen.