Rowan Magazine 52

Im Prinzip lebe ich in einer der milderen Ecken dieser Republik. In weniger als zehn Kilometer Entfernung gibt es beispielsweise einen Weinberg. Wer kann das schon von seinem Domizil behaupten?
Dennoch ist das Wetter zur Zeit auch hier kühl und trübe. Da kommt das Rowan Magazin Nr. 52 doch gerade recht, um Inspirationen für den nahenden Herbst und Winter zu geben.
Diesmal lauten die Themen Hebridean, North Sea und Essentials. Hier findet Ihr eine Übersicht. Die Modelle sind vom Stil her eher traditionell, man findet Fair Isle, Aran und Guernsey-Muster in gedämpften Farben. Das meiste scheint mir sehr gut tragbar und alltagstauglich. Meine persönlichen Favoriten wären übrigens die Jacke “Bute” und der Pullunder “Tobermory”. Nur bei wenigen Modellen komme ich ins Kopfschütteln, beispielsweise beim Pulli “Utsire” mit seiner merkwürdig geformten Saumlinie oder beim Umhang (?) “Macy”.
Etwas merkwürdig scheint mir bei einigen Modellen die Formgebung am Halsausschnitt. Da beult und bauscht es sich teilweise (Bailey Woman), als sei es den Designern nicht ganz klar, was für einen Ausschnitt ein menschlicher Hals benötigt, um ausreichend Platz zu finden. Auch die diversen Stehkragen sehen eher aus wie gewollt denn gekonnt. Und beim Modell “Harris” frage ich mich, wie zum Teufel diese Mischung aus Intarsientechnik und 1-Reihe-Streifen überhaupt gestrickt werden kann.
Aber alles in allem ist es ein gelungenes Heft, das einem nur wenig Augenschmerzen bereitet, denn obwohl auch diesmal Fair Isle gnadenlos mit Tartan kombiniert wurde, sind die Farben dankenswerterweise harmonisch gewählt.

Teurer Museumsbesuch

Ein von mir häufig frequentierter Supermarkt “verschenkt” Sticker, wenn man nur für genügend Geld einkauft. Das derzeitige Thema lautet “Abenteuer Museum”, siehe Bild.

Stickerparade

Wenn man also für mindestens 280 Euro einkauft, ist mit großer Wahrscheinlichkeit eine Freikarte fürs Museum drin.
Ein wenig Kultur kann auf diese Weise ganz schön ins Geld gehen.

Ach, übrigens, die Sticker (egal aus welcher Serie), auf die ich Anspruch hätte, verschenke ich jeweils an die Personen hinter mir in der Kassenschlange. Die haben sich bisher immer gefreut.

Beinahe vergessen

Jetzt trudeln ja allenthalben schon die Hefte für die neue Saison ein. Gestern kam das Rowan Magazin Nr. 51 an, und schon vorgestern das “Stricktrends”-Heft. Und just in diesem Heft, auf Seite 90, wurde etwas angepriesen, was ich schon zu Weihnachten geschenkt bekam: Die Wollknäuel-Kerze.

Kerze in Knäuelform

Zum Anzünden ist sie viel zu schade. 🙂

Überraschung

Stell dir einmal folgendes Szenario vor:
Eine Freundin besucht dich, betrachtet angelegentlich deine Diele und meint, dass die mal wieder einen neuen Anstrich vertragen könne. Sie ist handwerklich begabt, renoviert gern und schlägt vor, dir die Diele zu streichen, während du übers Wochenende verreist bist. Du freust dich über die Idee und stimmst zu. Du möchtest dann gern in der Diele ein paar Bilder aufhängen und hättest deshalb gern alle Wände weiß gestrichen. Kein Problem, sagt die Freundin, das geht flott und macht keine Mühe.
Einige Wochen später ist der große Termin. Du kommst am Sonntagabend von einer schönen Wochenendreise zurück und freust dich schon auf die frisch geweißte Diele. Du öffnest die Tür. Deine Freundin steht dort, sie hat noch den Pinsel in der Hand, ist hocherfreut über dein Kommen und ganz aufgeregt.
Auf den Wänden deiner Diele befindet sich ein ganzes Panorama. Deine Freundin hat eine wunderschöne, aufwendige toskanische Landschaft gepinselt. Sie hat sich riesige Mühe gegeben und ist sicher, dass es dir gefällt. Einfach nur alles weiß zu streichen, erklärt sie, war so langweilig. Und außerdem warst du schon öfter in Italien im Urlaub, und die Landschaft hat dir gut gefallen. Du magst italienische Küche, und die warmen freundlichen Farben, die sie verwendet hat, versetzen garantiert jeden in gute Stimmung.
Du verabscheust Landschaften an den Wänden. Du wolltest die Wände weiß haben und sonst gar nichts. Du schluckst. Du weißt nicht, ob du lachen oder weinen sollst. Du willst sie nicht verletzen. Also bedankst du dich erst einmal herzlich für all die Mühe, die sie sich gemacht hat, bevor du sie nach Hause schickst. Im Geiste berechnest du, was es kosten wird, die Diele von einem Maler streichen zu lassen. Und du weißt, dass du nie wieder Unterstützung beim Renovieren von ihr erbitten oder akzeptieren wirst.

Unrealistisch? Nun ja. Ersetze jetzt mal die Freundin durch dich selbst, dich selbst durch deinen Mann/Freund/Bruder/Vater/Sohn/Schwager/Neffen und die Diele durch einen neuen Pullover, den du besagtem männlichen Wesen zu stricken anbietest. Mann/Freund/Bruder/Vater/Schwager/Neffe hat klare Vorstellungen davon: Rippenmuster in Marineblau und ein runder Ausschnitt. Das anzufertigen ist überhaupt kein Problem für dich, du machst dich sofort ans Stricken.
Aber schon bei der Maschenprobe merkst du: Rippenmuster in Marineblau ist dir zu öd und zu dunkel. Also stellst du um auf, sagen wir mal, eine Lusekofte-Variante in Graublau mit Natur, mit einem dezenten Norwegermuster und Reißverschluss am Hals. Das ist sowieso praktischer. Und schöner findest du das Ganze auch. Es ist zwar etwas mühsamer, aber ER ist dir das wert. Außerdem hat er schon mal Urlaub in Norwegen gemacht und isst gern norwegischen Räucherlachs.
Der Tag der Präsentation ist gekommen. Du legst ihm das einmalig schöne Modell hin. Und ER? Er schaut es leicht entsetzt an und ist überhaupt nicht so begeistert, wie du dir das vorgestellt hattest. Wahrscheinlich überlegt er, was ein schlichter marineblauer Rippenpullover im Laden kostet.
Erwarte nicht, dass er jemals wieder etwas von dir gestrickt haben möchte.

Ein gutes neues Jahr – Happy New Year

Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich ein gutes, erfolgreiches neues Jahr, mit ausreichend Strickzeit, vielen kreativen Ideen und immer mindestens einem Meter mehr Wolle, als für das jeweilige Strickprojekt benötigt wird.

A happy and prosperous New Year to all of my readers, with enough knitting time, lots of creative ideas and always at least one more yard of yarn than necessary for each knitting project.

Saisonale Komplimente von der Bank

Man soll sich ja nicht über anderer Leute mangelnde Sprachkenntnisse lustig machen. Aber manche Spam-Mails sind einfach entzückend. Ein solches Exemplar erreichte mich heute:

Hallo Freund,
Kompliment der Saison, daher würde ich wollen für Ihre Partnerschaft erbitten, wenn Sie hätte nichts dagegen. Ich bin Zuofu Chen, Executive Director der China Construction Bank Corporation Hong Kong. Daher würde ich Ihre Hilfe, um aus Notwendigkeit eine große Summe Geld von meinem Bank, bei Interesse nehmen Sie bitte zu mir zurück für mehr Details.
Mit freundlichen Grüßen,
Zuofu Chen

In einem Nachsatz bittet Zuofu mich, ihm/ihr bitte auf Englisch zu schreiben. Wahrscheinlich muss die Übersetzungssoftware dann nicht so viele Pirouetten drehen, dass sie dabei die sinnstiftenden Verben verliert.

Wie kann man nur…

ein Radrennen in einer Stadt durchführen, in der ohnehin gerade die Hälfte aller Straßen wegen Bauarbeiten gesperrt sind?
Heute wurden pünktlich zum Feierabendverkehr die bisher noch verwendbaren Straßen (u.a. der Fürstengraben) für die Thüringen-Tour der Frauen gesperrt, mit der Folge, dass in der Innenstadt rein gar nichts mehr ging. Das Chaos war perfekt. Für einen Kilometer brauchte ich eine halbe Stunde. Zu Fuß wäre es schneller gegangen.
Vielleicht sollten einige Autofahrer sich bei solchen Gelegenheiten auch mal daran erinnern, dass man Kreuzungen tunlichst frei halten soll. Vor allem wenn sie (die Autofahrer) eigentlich sehen können, dass es hinter der Kreuzung in der Richtung, die sie einschlagen wollen, sowieso nicht vorangeht.

Ein spannender Vormittag

7:40
Ich fahre meinen Rechner hoch, starte u.a. das Mailprogramm Lotus Notes, überfliege den Mail-Eingang und schaue in meinen Terminkalender.

7:50
Der Mailserver (nennen wir ihn “firma02” ) ist plötzlich nicht mehr erreichbar. Mit ihm verschwinden meine Mails und mein Terminkalender.
Ich arbeite auf der lokalen Replik der Datenbank weiter, so gut es geht.

8:14
Der Server firma02 ist wieder da. Ich freue mich und will die Mail-Datenbank replizieren, damit das, was ich inzwischen geschrieben habe, versandt wird und neu eingegangene Mails angezeigt werden.

8:16
Die Mail-Datenbank wurschtelt los und gibt nach einiger Zeit eine Fehlermeldung aus:
“Database is corrupt, cannot allocate space”.
Mail wird nicht verschickt. Termine können nicht eingetragen werden. Neue Mails gehen nicht ein. Aus Sicht eines Menschen, der seine Arbeit fast ausschließlich auf Basis von Mails erledigt, eine mittlere Katastrophe.

8:18
Ich überlege, ob ich mich in eine Ecke setzen und weinen soll, entscheide mich aber dagegen und frage meinen Chef um Rat. Chef zuckt bedauernd die Achseln und schlägt vor, den Support anzurufen.

8:20
Ich rufe den Support an. Ein junger Mann fragt nach meiner Nutzerkennung und dem Namen meines Rechners und stellt dann bedauernd fest, dass er sich nicht auf meinen Rechner aufschalten und dort direkt nach dem Rechten sehen kann. Alle jungen Männer vom Support tun meiner unmaßgeblichen Erfahrung nach nichts lieber, als sich auf meinen Rechner aufzuschalten. Wahrscheinlich klinge ich am Telefon immer so unbedarft, dass man mir in Sachen Computer nichts zutraut. Meine Kollegen amüsieren sich schon über diese Aufschalt-Manie. Leider kostet sie nur Zeit und bringt fast nie etwas. Ein praktischer Tipp, was ich selbst tun könnte, wäre mir lieber, aber der Supporter kennt sich leider mit meinem Problem auch nicht aus (weshalb will er sich dann überhaupt aufschalten?). Er will es an seine sachkundigeren Kollegen weiterleiten.
Ich arbeite weiter, so gut es geht. Zum Glück liegen momentan einige Besprechungen an, für die ich die Mail-Datenbank nicht unbedingt benötige.

11:30
Die Besprechungen sind beendet, die Mail-Datenbank ist nach wie vor korrupt. Ich beschließe, beim Support nachzufragen, wie der Stand der Dinge ist.

11:31
Derselbe Supporter wie am Morgen fragt mich nach der Ticket-Nummer meiner Supportanfrage, die mir per Mail zugeschickt wurde. Ich erkläre ihm, dass ich leider seit knapp vier Stunden keine Mails mehr abrufen kann und gerade deshalb um Support gebeten habe. Ach so. Ach ja. Er gibt mir die Ticket-Nummer telefonisch durch, für eventuelle weitere Rückfragen.
Fortschritte bei der Erledigung hat es allerdings noch nicht gegeben. Ich bitte um beschleunigte Bearbeitung und lege auf.

11:40
Ich versuche noch einmal eine Replikation – erfolglos. Diesmal fällt mir auf, dass da außer der Fehlermeldung noch etwas von “Log” steht. Ich durchsuche den Computer nach Dateien mit der Endung “.log”.

11:45
In einer Datei namens “console<...>.log finde ich u.a. folgende Zeile:
Unable to write to database – database …Lotus NotesCache.NDK would exceed its disk quota of 30720 KB by 512 KB.
cache.ndk? Das kenne ich von irgendwoher. Anscheinend hat diese Datei sich an irgendetwas verschluckt.
Ich frage meinen Chef, ob man sie bei Problemen einfach mal löschen kann.
Man kann.

11:47
Ich schließe das Mailprogramm und lösche die cache.ndk. Dann öffne ich das Mailprogramm erneut und repliziere die Maildatenbank.
Hurra, meine Mailbox ist wieder da, ein gutes Dutzend neuer Mails sind seit heute morgen eingegangen. Alles funktioniert tadellos. Ich arbeite weiter.

14:00
Der Helpdesk ruft an und möchte mit mir das Problem bearbeiten. Etwa eine Stunde veranschlagt der Supporter für die Überprüfung meiner Mail-Datenbank direkt auf dem Server, dazu müsste ich das Mailprogramm für diesen Zeitraum geschlossen halten. Ich erkläre ihm, dass das Problem mittlerweile gelöst ist. Er notiert sich, wie ich das geschafft habe.
Hoffentlich wird diese Lösung in die ”Knowledge base“ aufgenommen, damit andere Nutzer davon profitieren können, ohne stundenlang warten zu müssen.

Druck machen

Ich habe einen ziemlich antiken Tintenstrahldrucker, einen Epson Stylus Photo 870. Leider zeigt er in der letzten Zeit immer wieder Diva-Allüren. Heute wollte ich beispielsweise Teile einer Errata-Seite ausdrucken, um sie in das dazugehörige Buch zu legen, aber die Schwarz-Patrone zickte auch nach mehrmaliger Düsenreinigung. Schließlich reichte es mir, und ich suchte im Internet nach einem neuen Drucker. Ein Farb-Laserdrucker sollte es sein. Diese Geräte gibt es ja mittlerweile zu Preisen, die nicht wesentlich höher sind als die eines Tintenstrahldruckers zu der Zeit, als der Epson gekauft wurde.
Ein wenig erschrocken las ich dann, wieviel so ein Teil wiegt, wenn es verschickt wird: 43 (in Worten: dreiundvierzig) Kilogramm. Das schreckte mich mehr ab als der Preis. Ich beschloss, dem alten Epson sozusagen bei geöffneter Internet-Händlerseite noch eine letzte Chance zu geben.

Epson Drucker

Deckel auf, manuelle Druckkopfreinigung gedrückt und gewartet. Dann die Errata-Seite nochmals gedruckt. Voilà: ein nahezu perfektes Druckergebnis.
Bestimmt hat der alte Drucker gespürt, dass es in diesem Moment für ihn um Sein oder Nichtsein ging.

Dringender Ersatz

Ich hasse es, neue Sachen kaufen zu müssen, aber das geht ja nun gar nicht:

Alte Schuhe in Beige

Dafür kamen nun diese:

Neue Schuhe in Beige

Und weil sie gerade im Sonderangebot waren, kamen diese gleich noch dazu:

Neue Schuhe in Rot

Beide Paare sind übrigens nicht aus dem Internet, sondern aus dem örtlichen Schuhgeschäft, weil ich Schuhe erst in die Hand nehmen und anprobieren möchte, bevor ich sie kaufe und nach Hause trage.