Halsausschnitt planen

Vergangenes Wochenende hatte ich ja darüber gebrütet, wie man für “Hope” den Halsausschnitt und die Schulterschrägung etwas eleganter gestalten könnte.
Dies ist das Ergebnis meiner Überlegungen.

Halsausschnitt auf Millimeterpapier

Die linke Hälfte der Zeichnung zeigt die linke Schulter und die linke Hälfte des rückwärtigen Halsausschnittes, alles schön in verkürzten Reihen. Man kann das so perfekt nachstricken.
Die rechte Hälfte der Zeichnung zeigt die rechte Schulter und die rechte Hälfte des vorderen Halsausschnitts.

Als Anleitung reicht mir immer eine Hälfte. Die zweite Hälfte wird jeweils gegengleich gestrickt. Dazu setze ich den Faden außen an. Das heißt, daß ich bei dieser zweiten Hälfte die Maschenverkreuzungen in Links- bzw. Rückreihen vornehmen muß. Das ist zunächst ein bißchen ungewohnt, aber mit etwas räumlichem Vorstellungsvermögen klappt es tadellos. Der Vorteil dieser Methode ist, daß beide Hälften genau spiegelsymmetrisch werden, ich habe dabei keinen Versatz bei den Abnahmen.

Das Rückenteil ist mittlerweile fertig, das Vorderteil ist in Arbeit.

Es ostert heftig

…auch wenn das Wetter gerade mal wieder überhaupt nicht frühlingshaft ist. Und das Ostermenü ist mittlerweile auch verabschiedet. Gute Planung erleichtert das Einkaufen, das vor größeren Feiertagen sowieso immer der pure Stress ist.
Für die, die es interessiert oder die selbst noch unentschlossen sind und Anregungen suchen:

Karfreitag:
Kohlrabicremesuppe mit Sonnenblumenkernen
Pasta con le sarde (Nudeln mit Sardinen und Fenchel)

Samstag:
Bärlauchsüppchen
Arabischer Reistopf (mit unendlich vielen verschiedenen Gewürzen) mit Möhren-Lauch-Gemüse

Ostersonntag:
Fenchel-Zitronen-Suppe
Saltimbocca alla romana und Mangold auf römische Art, dazu Fladenbrot

Ostermontag:
Reisnudeln mit Rindfleisch, Brokkoli, Erbsen und Frühlingszwiebeln

Kannitverstan

Was macht frau, wenn sie die Anleitung für Schulterschrägung und hinteren Halsausschnitt nicht kapiert? Ganz recht, sie läßt das Rückenteil erst einmal liegen und schlägt frohgemut fürs Vorderteil an, in der Hoffnung, daß irgendwann demnächst nach dem leipzigsten Durchlesen der Groschen fällt.

Also erst kettet man beidseitig Maschen ab (finde ich ja schon mal saublöd, die kann ich doch später fürs Zusammenstricken der Schultern gebrauchen), dann strickt man, bis soundsoviel Maschen auf der rechten Nadel sind, und die, die man links liegenläßt, kommen auf einen Maschenraffer. Dann wendet man, kettet soundsowenig Maschen ab, die jetzt wohl fürs Halsloch sein sollen, und dann werden gleich die restlichen Maschen abgekettet? Hm. Liest sich irgendwie eigenartig. Und dann den ganzen Zirkus noch mal gegengleich? Na, ich weiß nicht.

Ich glaube, ich male mir lieber eine kleine maschengetreue Zeichnung auf Millimeterpapier und berücksichtige dabei, daß ich offene Maschen viel mehr mag und bei der weiteren Verarbeitung angenehmer finde.

Bärlauch-Zeit

Ein chinesisches Sprichwort sagt, daß man für jede neue Speise bzw. jedes neue Rezept, das man probiert, einen zusätzlichen Tag Leben bekommt. Mit etwas Geschick und guter Planung könnte man also ewig leben. 😉

Bärlauch-Törtchen mit Ziegenkäsefüllung

Dieses Rezept für Bärlauch-Törtchen habe ich am Wochenende ausprobiert. Es klingt etwas kompliziert, ist aber tatsächlich sehr einfach. Es ergibt eine feine Vorspeise für vier Personen. Für ein Abendessen braucht man mindestens die doppelte Menge.

Man braucht:
70 g Mehl
100 g Bärlauchblätter, gewaschen, entstielt und trockengetupft
40 g Butter
100 g Ziegenfrischkäse
1 Ei, Eiweiß und Eigelb getrennt
Salz, Pfeffer und Muskat
4 Tortelettförmchen, etwa 10 cm Durchmesser

So geht’s:
40 g Bärlauch sehr fein hacken und mit Mehl und Butter sowie einer Prise Salz zu einem Mürbeteig verkneten. In vier gleiche Teile teilen und die Teile einzeln auf einem Blatt Butterbrotpapier mit einem bemehlten Nudelholz zu Kreisen von etwa 12 cm Durchmesser ausrollen. Das Butterbrotpapier umdrehen und den Teigkreis ins Förmchen praktizieren. (Das geht viel einfacher, als wenn man den Teig auf der bemehlten Arbeitsfläche ausrollen würde.) Teig andrücken und den Boden mit einer Gabel einige Male einstechen. Die Formen müssen übrigens nicht eingefettet werden; der Teig ist bereits relativ fett. Wer Angst hat, es könnte doch etwas ankleben, kann sie mit Backpapier auslegen, aber ich finde, daß das nicht nötig ist.
Die mit Teig ausgelegten Tortelettförmchen in den Kühlschrank stellen.
Backofen auf 175° Umluft (oder 200° Ober- und Unterhitze) stellen.
Für die Füllung 60 g Bärlauch hacken, mit Ziegenfrischkäse und Eigelb gründlich mischen. Mit Salz, Pfeffer und Muskat herzhaft abschmecken. Eiweiß steif schlagen und unterziehen.
Füllung in die Tortelettförmchen geben, Törtchen in den Backofen und etwa 15-20 Minuten backen.
Mit einem spitzen Messer vorsichtig zwischen Teig und Tortelettform entlangfahren, um die Törtchen lösen. Sie lassen sich dann leicht aus den Förmchen hieven. Auf Portionsteller geben, mit kleiner Salat-Garnitur heiß servieren.

Das darf doch nicht wahr sein!

Dieses Bild zeigt, wie eine angeblich “erfahrene” Strickerin die Schulternähte eines Pullovers geschlossen hat.

leicht verunfallter Wickelpulli

Zur Entschuldigung könnte man höchstens anführen, daß besagte Strickerin zum Tatzeitpunkt sehr müde und unaufmerksam war. Und hätte man die Strickteile vor dem Zusammenstricken gespannt und dadurch das Einrollen minimiert, wäre der Fehler vermutlich auch nicht so schnell passiert, jaja…
(Anmerkung: Hier wurde übrigens absichtlich nicht gespannt, weil dieses Gestrick eine Baumwoll-Leinen-Mischung ist, die nach der ersten 60°-Wäsche erst die richtige Form bekommt, d.h. das Zeug ist im Moment zu groß und wird noch etwas einlaufen. Aber man sieht doch, wohin so etwas führen kann.)

Heute abend darf ich dann die eine Schulternaht behutsam wieder aufmachen, dabei hoffentlich weder eine Masche noch eine verkürzte-Reihen-Umwicklung verlieren und nach dem Zurechtdrehen alles wieder hübsch zusammenfügen.

Wie sich die Bilder gleichen

Auf der Suche nach einen hübschen Modell für eine Partie Rowan “All Seasons Cotton” Garn in Dunkelgrün, das ich hier noch herumliegen habe, fielen mir diese beiden Kandidaten ins Auge.

Rowan-Modelle Cargo und Hope von Kim Hargreaves

Links Modell “Cargo” aus dem “All Seasons Cotton” Sonderheft, rechts Modell “Hope” aus dem Rowan Magazin 29 vom Sommer 2001. Beide sind von Kim Hargreaves, die ja inzwischen nicht mehr für Rowan entwirft.

Ich habe mittlerweile begonnen, das rechte Modell zu stricken, werde es aber etwas ändern. Bei mir wird es ein wenig länger (60 cm dürften passen) und bekommt keine Taillierung. Auch die Ärmel werden eventuell etwas gekürzt, aber das entscheide ich, wenn es soweit ist. Bis dahin wird noch einige Zeit vergehen, denn das Muster strickt sich nicht besonders schnell.

Endlich Frühling

Rechtzeitig zum Winterende wurde die “Knot Cable Jacket” aus der “Noro Collection 2” von Debbie Bliss endlich fertig. Ihre Trageprobe hat sie mit Bravour bestanden. Der Stehkragen ist ein wenig hoch am Hals, die vorderen Enden kratzen ein bißchen, aber das ist erträglich. Davon abgesehen war ich erstaunt, wie gut mir der Schnitt mit dem Reißverschluß steht. Ich hatte immer angenommen, Reißverschlüsse würden an mir zu sportlich wirken (und ein sportlicher Typ bin ich nun wirklich nicht).

Irgendwann mache ich mir noch einmal etwas Ähnliches, aber das muß warten. Dicke Sachen kann ich nicht mehr sehen; jetzt kommt erst einmal allerlei Frühlingsgestrick.

Zur Zeit in Arbeit ist ein Modell nach demselben Schnitt wie dieser rote Pulli in Wickeloptik. Vorder- und Rückenteil sind zwar schon fertig, aber das Anbringen der vorderen Blenden braucht eine Ewigkeit, weil ich immer nur 10-12 Maschen der schrägen Kante auf einmal an die Blende hängen und anstricken kann. Bei über 170 Blendenmaschen zieht sich das ganz schön hin.

Sobald ich damit fertig bin, will ich versuchen, einen kurzärmeligen Pulli wie das Modell 3 aus der Filati Nr. 25 stricken.

Modell 3 aus Filati Heft 25

Den Schnitt mit dem hohen Rippenmuster und der abgeschrägten Partie finde ich interessant. Es wird aber bei einer anderen Maschenprobe wohl einiges an Tüftelei und Iteration erfordern, um den richtigen Moment (bzw. die richtige Höhe) für den Beginn der Schrägung zu ermitteln, damit man zum Beginn des Ausschnitts mit den Rippen fertig ist.

Starke Farben für eine starke Persönlichkeit

Rot ist nicht jedes Mannes Sache. Ein Kollege, der dieses Modell sah, als es noch in Arbeit war, meinte sogar, er würde es nicht tragen wollen, und wenn es (wie hier in einzelnen Streifen) etwas ins Pink oder Violett geht, schon gar nicht.

Herrenpullover aus Noro Iro in Rot-Tönen

Der Besitzer dieses Modells hat sich dieses Garn selbst ausgesucht. Auch wenn er nicht mit auf dem Bild zu sehen ist, die Zusammenstellung steht ihm gut. Mensch und Modell gemeinsam erwecken nicht den Eindruck, da gehe ein Pullover mit einem Menschen drin spazieren, sondern der Träger dominiert. 😉

Noch etwas zu früh

Dieses Jahr ist der Bärlauch spät dran.

Bälauch

Diese Blättchen sind nur wenige Zentimeter groß, noch zu klein, um ein gutes Süppchen zu ergeben. Deshalb habe ich auch nichts abgepflückt. Aber es wird sicher nur noch wenige Tage dauern, bis man “ernten” kann.

Für alle, die schon mal auf der Suche nach einem einfachen, aber leckeren Rezept sind, empfehle ich eine feine Kartoffel-Bärlauch-Suppe. Diese Menge reicht gut für zwei Personen als Vorsuppe:

Etwas Butter
1 kleine Zwiebel
250 g Kartoffeln, geschält und in Stücke geschnitten
250 g Bärlauch, gewaschen und kleingeschnitten
0,3-0,5 l Gemüsebrühe
Etwas frisch geriebene Muskatnuß
nach Geschmack etwas süße oder saure Sahne
eventuell Salz und Pfeffer

Butter erhitzen, feingehackte Zwiebel darin andünsten.
Bärlauch und Kartoffelstücke dazugeben, mit Brühe aufgießen und leise kochen, bis die Kartoffeln gar sind. Das dauert etwa 20-25 Minuten. Mit dem Stabmixer pürieren (muß nicht gleichmäßig sein) und mit Muskatnuß und nach Geschmack etwas Sahne abschmecken.

Miniatur-Stricktreffen

Es gibt Leute, die ich schon so lange via Usenet (macht das heute überhaupt noch jemand?) und/oder Mail kenne, daß ich gar nicht mehr weiß, vor wievielen Jahren man sich zuerst über den Weg lief bzw. über den Bildschirm schrieb. Einige wenige davon habe ich schon im “richtigen” Leben kennengelernt, manche immer noch nicht. Vorgestern ergab sich ein Treffen mit einer dieser bislang Unbekannten.
Und es war irgendwie, als hätten wir uns schon immer gekannt. Welcher Depp hat behauptet, aus Mails und Postings könne man nichts über einen Menschen erkennen? Wir trafen uns und verstanden uns sofort. Sie war genau so wie ihre Postings und Mails: Spontan, witzig, intelligent, aufgeschlossen. Und ich stelle immer wieder fest: Wenn ich jemandes Mails gern lese, dann mag ich auch die Person, wenn ich sie kennenlerne. Und wenn mir irgendwelche Mails schon ein etwas unangenehmes Gefühl verschaffen, dann klappt es mit der dazugehörigen Person auch nicht besser. Mails sollen keine Emotionen rüberbringen können? Was für ein Schmarren!

Die Zeit verging wie im Flug bei Kaffee und Kuchen mit Fachsimpelei, Spaß und ein wenig Geläster (ja, auch das muß mitunter sein), und wir hätten gut und gern noch ein paar Stündchen dran hängen können. Aber ich bin sicher, daß dies nicht unser letztes Treffen war, und freue mich schon auf die nächste Gelegenheit. 🙂