Rauf auf die Autobahn

In letzter Zeit war ich relativ viel auf diversen Autobahnen unterwegs. Einige Male bekam ich beim Auffahren einen Riesenschreck. Der Grund war jedes Mal derselbe: Ein Fahrzeugführer vor mir wechselte gleich nach dem Ende der durchgezogenen Linie mit knapp 50 km/h vom Beschleunigungsstreifen nach links auf die rechte Spur. Manchmal wurde sogar gebremst, statt Gas zu geben, wenn auf der rechten Spur ein Fahrzeug zu sehen war. „Rauf auf die Autobahn“ weiterlesen

Ampel-Gehampel

Kürzlich auf dem Heimweg (zu Fuß!) beobachtete ich an einer beampelten Kreuzung, wie drei Autofahrer noch einmal kräftig Gas gaben, als die Ampel von Grün auf Gelb umschaltete. Der erste kam noch bei Gelb über die Kreuzung, beim zweiten und dritten zeigte die Ampel schon Rot. Für mich war das Verhalten der drei Fahrer nicht nachvollziehbar, wenn auch typisch für den hiesigen Verkehr. Ich hätte in so einer Situation eher eine Vollbremsung hingelegt, statt zu beschleunigen, denn für mich bedeutet Gelb, dass die Kreuzung geräumt bzw. frei gehalten werden soll. Aber ich bin ja auch nicht von hier. „Ampel-Gehampel“ weiterlesen

Wieder etwas gelernt

Neulich stieß ich auf verschlungenen Wegen auf die Abkürzung „CDH“ bzw. „CDH yarn“. Ich kenne ziemlich viele strickbezogene Abkürzungen, teils seriöser Natur, teils eher der Erheiterung dienend. Beispielsweise weiß ich, was ein WIP („work in progress“, übersetzt etwa „Projekt in Arbeit“) von einem UFO („unfinished object“, d.h. UnFertiges Objekt, das aller Wahrscheinlichkeit auch nicht mehr fertiggestellt wird) unterscheidet, und ich habe auch schon diverse TFTs („Teile für die Tonne“, gemeint ist natürlich die Mülltonne) produziert. Der Begriff „CDH“ war mir jedoch bisher noch nicht untergekommen.

Ich gehöre zu den Leuten, die erst einmal lieber selbst überlegen oder suchen, bevor sie jemanden fragen. Es dauert dann zwar eventuell etwas länger, bis man die Lösung hat, aber das Gefühl, etwas selbst herausgefunden zu haben, ist viel befriedigender. 😉 Okay, es gibt Ausnahmen von dieser Regel: Wenn es beispielsweise darum geht, in einer fremden Stadt eine bestimmte Adresse zu finden, dann frage ich lieber jemanden, der sich auskennt, bevor ich mich verlaufe und womöglich verspäte.

Eine intensive Recherche bei Ravelry mit dem Suchbegriff „CDH yarn“ ergab zunächst nichts anderes als diverse Fundstellen, die zwar diesen Begriff enthielten, aber leider keine Erklärung dazu. Erst nachdem ich die Threads etwas genauer unter die Lupe nahm, stieß ich auf die Lösung: CDH bedeutet „cold dead hands“, sinngemäß würde ich es übersetzen als „nur über meine Leiche“. Bezogen auf Strickgarne handelt es sich also um solche, die man so schön findet, dass man sie bis zuletzt nicht aus der Hand geben möchte und sie auch fast zu schade oder zu wertvoll zum Verstricken findet. Ich vermute, jede(r) von uns, der/die mehr als zwei Kilo Strickgarn bunkert, hat solche Schätze in seinem Besitz. Bei mir fällt das meiste aus meinem Vorrat in diese Kategorie; denn wenn ich Strickgarn kaufe, dann soll es bitte wunderschön und etwas Besonderes sein.

Weniger schön fand ich freilich die Herkunft der Bezeichnung. Von uneingeschränktem Waffenbesitz halte ich nämlich gar nichts.

Allerliebst

und genau das Richtige für begeisterte Strickerinnen sind diese Ohrstecker.

ohrstecker_knaeuel

Auf der Häkelblüte sind sie übrigens nur festgesteckt, damit sie nicht verloren gehen. Im Ohrläppchen kommen sie als grüne Knäuel mit silbernen Nadeln zur Geltung. Grün ist ja zufällig meine Lieblingsfarbe. 🙂

Eine Bezugsquelle kann ich Euch diesmal nicht nennen, da ich dieses Paar geschenkt bekam.

Lichtmess, spinnen vergess‘

Der 2. Februar gilt mittlerweile überall als “Murmeltiertag”, was auf einen Brauch und natürlich auch den Film aus der Neuen Welt zurück geht. Dabei wird gern vergessen, dass er über Jahrhunderte auch in unserem Kulturkreis eine wichtige Bedeutung hatte und als einer der “Kreuztage” zwischen Sonnenwende und Tag-und-Nacht-Gleiche galt.

In der dunklen Winterzeit fand man sich spätnachmittags in den Spinnstuben zusammen, um Licht zu sparen und Gesellschaft zu haben, denn Spinnen und Geschichten erzählen kann man auch bei nur schlechtem Licht. Ab Lichtmess aber spürt man deutlich, dass die Tage wieder länger werden und die Sonne später untergeht. Schluss war’s mit der Spinnstube, andere Aufgaben wurden wichtiger; und für die Bauern begann um diese Zeit, je nach Situation und Wetterlage, wieder die Arbeit im Freien.

Und natürlich gibt es auch für Mitteleuropa eine Wetterregel, die sich auf diesen Tag bezieht:
Ist’s an Lichtmess hell und rein,
wird ein langer Winter sein.
Wenn es aber stürmt und schneit,
ist der Frühling nicht mehr weit.

(Quelle: Wikipedia)
Das deckt sich übrigens mit den Murmeltier-Regeln. Da es gestern windig und regnerisch war, dürfen wir also mit einem baldigen Frühling rechnen. Dazu passt, dass hier im Vorgarten schon die Winterlinge in voller Blüte stehen.

Winterlinge am 2. Februar

Für mich wird Lichtmess immer Lichtmess bleiben, Murmeltiertag hin oder her. Letztlich haben die amerikanischen Siedler ja auch nur übernommen und angepasst, was sie an Wetterregeln aus Europa mitgenommen haben.

Ein gutes neues Jahr

Euch allen, die Ihr dies liest, wünsche ich ein erfolgreiches Jahr 2016 mit Gesundheit, Freude, Erfolg und vor allem Zufriedenheit. Ich wünsche Euch so viel Veränderung, dass es nicht langweilig wird, aber genügend Bleibendes, damit Ihr die Orientierung im Leben nicht verliert.

In den letzten zwei Wochen habe ich wieder etwas mehr gestrickt als in den Monaten zuvor, aber das meiste wurde verschenkt, bevor ich die Gelegenheit hatte, Bilder zu machen. Das ist nicht weiter tragisch, weil es sich großenteils um wenig spektakuläre Modelle handelte, die ich schon öfter in ähnlicher Form angefertigt hatte. Die Menschen, für die ich stricke, schätzen Bewährtes und finden es sehr praktisch, den gleichen Pullover in drei verschiedenen Farben oder Macharten zu besitzen.

Meine interne Excel-Tabelle verrät mir, dass ich insgesamt im Jahr 2015 nur 7 Kilogramm Garn mit einer Gesamtlauflänge von 25,6 Kilometern verarbeitet habe. Ich war schon mal besser. Mein Garnvorrat verzeichnet gegenüber dem 01.01.2015 einen Netto-Zuwachs von 1,5 Kilogramm, das entspricht ungefähr drei Pullovern oder fünfzehn Paar Socken. Hoffentlich finde ich im neuen Jahr mehr Zeit zum Stricken, damit ich all die schönen Materialien, die hier warten, auch nutzbringend verwerten kann.

Ungewöhnliche Zustellung

Als Berufstätige bin ich es gewohnt, Probleme mit Paketdiensten jeglicher Couleur (weiß, gelb, rot, blau, braun, …) zu haben. Mitunter lasse ich an alternative Adressen schicken, um Schwierigkeiten zu vermeiden, aber manchmal will man etwas schnell und direkt nach Hause bekommen. Glücklicherweise habe ich freundliche und hilfsbereite Nachbarn, die Sendungen für mich annehmen, sofern sie zuhause sind. Natürlich ist das auch nicht immer der Fall.

Heute erwartete ich eine Sendung von Amazon. Der DHL-Paketbote kommt bei uns üblicherweise schon relativ früh; folglich schaute ich am späten Vormittag neugierig in die Sendungsverfolgung, bei wem meine Sendung wohl gelandet ist. Und ich staunte nicht schlecht:

Zustellbestätigung

Die verstrickte Dienstagsfrage Woche 15/2015

Diese Woche fragt das Wollschaf:
Nutzt Du Software für Dein Hobby, z.B. um Strickschriften zu erstellen oder um Anleitungen umzurechnen bzw. zu berechnen?
Wenn ja, welche Programme benutzt Du und wofür verwendest Du sie?
Gibt es Dinge, für die Du Dir eine Software wünschen würdest?

Ich verwende seit 1993 das Programm DesignaKnit. Angefangen habe ich seinerzeit mit Version 5, noch unter MS-DOS; mittlerweile bin ich bei Version 8. Erfreulicherweise funktioniert das alte Kabel, das die Verbindung zwischen Computer und Strickmaschine herstellt, immer noch, wenn auch nur mit Hilfe von diversen Adaptern.

Mit dem Programm kann ich sowohl Schnitte berechnen als auch Strickdiagramme zeichnen und diese, je nach Stricktechnik, mit dem erwähnten Kabel in die Strickmaschine übertragen und interaktiv stricken, wobei mir Formgebung sowie Farb- und Musterwechsel jeweils signalisiert werden. Erfreulich ist, dass man bei Programm-bugs sehr schnell Hilfe bekommt, beispielsweise als ich letzten Sommer Schwierigkeiten mit der Benutzung des Lochmuster-Moduls hatte, aber auch als vergangenen Monat das automatische Update nicht mehr funktionierte. Jedesmal genügte eine Mail an Softbyte, und es wurde für schnelle Abhilfe gesorgt.

Diagramme, die später in PDFs eingefügt und/oder gedruckt werden sollen, erstelle ich im allgemeinen lieber mit Excel bzw. LibreOffice und einem entsprechenden Font. Das erlaubt nahezu beliebige Größen; man kann bei Bedarf auch in Rückreihen mustern oder diese in der Darstellung weglassen, um ein Diagramm übersichtlicher zu gestalten; und es lassen sich Nummerierungen anfügen. Wenn alles aussieht, wie man es haben will, kann man einen Screenshot erstellen und den in seine Anleitung setzen oder ihn mit einem Bildbearbeitungsprogramm weiterverarbeiten.

Zwei, drei Strick-Apps für Tablets bzw. Smartphones habe ich testhalber installiert, kann darin aber keinen großen Nutzen erkennen. Wenn ich nach Anleitung mit komplexen Strickschriften stricke, habe ich im allgemeinen das entsprechende PDF auf dem iPad, dazu brauche ich dann keine zusätzliche Strick-App. Und bei einfachen Anleitungen wäre es mir zu albern, nach jeder Reihe das Smartphone einzuschalten, um einen Knopf fürs Reihenzählen zu betätigen; da drehe ich gleich von Hand den Reihenzähler weiter, der sowieso am Gestrick hängt. Und wenn ich bei Ravelry reinschauen will, geht das über den Browser wesentlich komfortabler als über eine App.