Halbzeit

Der erste Schuh ist fertig und sieht allerliebst aus, wenn mir auch das Fußteil ein wenig lang erscheint. Abgesehen von der Kordel ist alles mit der Hand gestrickt. Die Kordel habe ich auf der Strickmaschine angefertigt, 80 Reihen über 4 Maschen. Man könnte vermutlich auch die Sohle und die Blütenblätter auf der Maschine stricken. Vielleicht probier ich das bei Gelegenheit noch mal aus. Das Fußoberteil muß auf jeden Fall von Hand gestrickt werden.

Tulip Toes, ein Stiefelchen fertig, one bootie finished

Das zweite Stiefelchen ist inzwischen angeschlagen. Diesmal habe ich 20 cm lange Nadeln genommen anstelle der kürzeren, das geht viel besser, und man sticht sich nicht ständig die Nadelenden in die Handfläche.

Half-time

The first bootie ist finished, looking absolutely adorable, even though the foot seems a bit long. Apart from the I-cord, I knit all pieces by hand. The I-cord is made on the knitting machine, 80 rows by 4 stitches. I suppose that the sole and petals could also be made on the machine. Maybe I’ll give it a try someday. The upper part of the foot needs to be knit by hand in any case.

The second booties is on the needles right now. This time I use 20 cm dpns instead of the shorter ones, they work much better, and I won’t constantly pierce my palms with the needle ends.

Kurzentschlossen

Nachdem die Sommerausgabe von “Knitty” online ist, habe ich mich spontan entschieden, für eine sehr nette Kollegin, die in Mutterschutz geht (bzw. für ihren Nachwuchs), diese Stiefelchen zu stricken.
Geeignetes grünes Garn (Mille Fili von Rödel) hatte ich noch in meinem Vorrat. Ich ergänzte es mit einem rosafarbenen Knäuel derselben Qualität und legte los. Meine Maschenprobe ist etwas enger als in der Anleitung, das kompensiere ich, indem ich vorsichtshalber die dritte Größe stricke. Die Anleitung ist nicht ganz ohne Tücken, aber mit etwas Logik kommt man weiter.

“Tulip Toes” in Arbeit

Schwer verständlich fand ich die Beschreibung für die Durchzugslöcher. Amerikaner zählen ihre Maschen beim Abketten anscheinend anders als wir. 😉 Mein erster Versuch ergab ein großes Kuddelmuddel, deshalb malte ich mir die Maschenzahl auf Karopapier auf und verteilt die Löcher gleichmäßig. Damit klappte es gut.

Zum Aufnehmen der Maschen an den Überlappungsstellen ist übrigens eine Häkelnadel eine große Hilfe. Damit kann man die Schlingen viel besser durchholen als mit der normalen Stricknadel. A propos Stricknadel: Ich fand auf die Schnelle mein normales, metallenes 2,5-mm-Nadelspiel nicht und nahm deshalb ganz kurze (10 cm) Rosenholznadeln in derselben Stärke. Für so ein Projekt (maximal 25 Maschen) sind diese Nadeln bei aller Schönheit aber nur bedingt tauglich. 10 cm sind einfach zu kurz.

Schiebung

So könnte man das nennen, was ich hier gerade betreibe. Ich schiebe nicht weniger als 485 Maschen ständig von der rechten Nadel über ein ziemlich langes Seil zur linken Nadel weiter. Die Blende, die hinten unten in der Mitte beginnt, verläuft an der Jackenunterkante nach vorn, dann aufwärts zum Halsausschnitt und auf der anderen Seite wieder hinunter und dann nach hinten weiter. Und ich schiebe mehr oder weniger fröhlich die Maschen vor mir her.

Abwandlung von “Squares Squared” aus Knitters K73, Winter 2003

Um mir die Arbeit ein wenig zu erleichtern und weil ich sowieso keine ausreichend lange Rundstricknadeln hatte, habe ich mir kürzlich ein “Denise”-Nadelset gekauft. Das ist eigentlich eine feine Sache. Man steckt Nadelspitzen in der gewünschten Stärke an ein Verbindungsseil in der gewünschten Länge und strickt damit, in Runden oder hin und her. Sollte das längste verfügbare Seil (ich habe mir gleich die XL-Version mit 50 Zoll Länge geleistet) nicht ausreichen, kann man mit Hilfe von kleinen “Kupplungen” auch mehrere kürzere Seile miteinander verbinden.

Das Stricken mit diesen Nadeln ist gewöhnungsbedürftig. Die Nadelspitzen sind einen Zoll kürzer als die der üblichen Rundstricknadeln und auch vom Material her weicher. Dadurch hat man das Gefühl, es “wabbelt” etwas beim Stricken. Die Verbindungsseile sind für meinen Geschmack ziemlich dick, was wiederum für das Weiterrutschen der Maschen etwas hinderlich ist. Und die Nadelspitzen selbst sind erst ab einer gewissen Dicke verfügbar, nämlich US 5 bis 15, das entspricht 3,75 bis 10 mm Stärke. Wer feinere Nadeln benötigt, hat Pech. Deshalb finde ich die Aussage “you may never have to buy another needle or stitch holder ever again” auch ein wenig übertrieben. 😉

Beim Stricken und speziell beim energischen Weiterschieben der Maschen ist Vorsicht geboten. Zerrt man zu heftig am Seil und verdreht es dabei womöglich, dann kann sich die Verbindung zwischen den Seilen (sofern man mehrere gekoppelt hat) oder zur Nadelspitze lösen, und die Maschen purzeln. Ich stricke mit diesen Nadeln deshalb etwas langsamer, behutsamer und auch lockerer als mit meinen normalen. Aber wenn man extrem lange Seile braucht und sich in der Stärke nicht festlegen will, ist das Set meiner Ansicht nach trotzdem gut geeignet.

Gekauft habe ich mein Set übrigens bei http://www.wollsucht.de/catalog/, und der Service dort ist wirklich empfehlenswert.

Was ein Wollfaden mit einer Stahlstange gemeinsam hat

Kürzlich las ich in irgendeinem Forum (nicht in *meinem*) die Frage, weshalb denn Gestricktes so dehnbar sei, das Garn selbst sei doch gar nicht so elastisch.
Anfängerfrage natürlich. 😉 Aber eine gute Frage!

Die Dehnbarkeit des Gestrickten wird nur zu einem kleinen Teil von der Elastizität des Strickfadens bestimmt. Gestricktes ist dehnbar aus demselben Grund, aus dem auch eine Stahlfeder elastisch ist: Form und Struktur bewirken das Kunststück. (Eine stählerne Stange für sich genommen ist ja auch nicht besonders dehnbar.)
Die Maschen bestehen, anders als gewebter Stoff, nicht aus gerade verlaufenden Fäden, sondern sie schlängeln sich U-förmig durch- und umeinander. Das gibt ihnen genügend Spielraum zum Ausdehnen in verschiedene Richtungen.

Man kann theoretisch eine Reihe Maschen so sehr dehnen, daß der vorher U-förmig geschlängelte Faden ganz gerade verläuft. Dann wäre die Reihe drei- bis viermal so lang wie vorher und dafür fadenflach. Gänzlich wird man das nicht schaffen, weil die Maschen oberhalb und unterhalb der einen Reihe auch noch ihren Anteil am Faden haben und ihn nicht ohne Kampf freigeben.

Auch senkrecht sind die Maschen natürlich dehnbar. Zieht man oben und unten am Gestrick, dann wird die einzelne Masche, die normalerweise immer etwas breiter als hoch ist, ein schmales Etwas, weil das Garn sich fast gänzlich in die zwei senkrechten Stränge verzieht.
Was aus der einen Dimension genommen wird, geht in die andere. So kann sich Gestricktes innerhalb gewisser Grenzen immer anpassen.

Gestern hielt ich mich noch für unentschlossen, aber heute bin ich mir nicht mehr so sicher

Rechtzeitig vor dem langen Wochenende hielt ich Ausschau nach einem neuen Unterwegs-und-Handstrick-Projekt. Meine Wahl fiel ziemlich spontan auf das “Lots-of-choices”-Top von Sally Melville aus ihrem Buch “The Knit Stitch”.

“Lots-of-Choices” Top von Sally Melville

Einfaches Muster, simple Ausarbeitung, und passendes Bändchengarn fand sich auch noch in meinem Fundus. Zwar in zwei verschiedenen Farben, aber Streifenmuster sind doch auch nett — oder? Erst bei näherem Nachlesen ging mir auf, daß Farbwechsel am Rand bei diesem Modell nicht wirklich machbar sind. Die seitlichen Kanten bilden später nämlich die vordere und hintere Knopf(loch)leiste. Also jedes Teil in einer der beiden Farben, das müßte doch passen — oder? Freilich hätte ich mir gewünscht, jeweils, egal wie herum ich das Modell trage, rechts über links knöpfen zu können. Dazu sollte man aber schon beim Stricken des ersten Teils wissen, wo man die Knopflöcher einstrickt. Ohne zu wissen, wie lang die Kante letztlich wird, ist das aber ein schwieriges Unterfangen. Ich überlegte hin und her, zog einen Moment lang sogar einen Reißverschluß in Betracht (nein, zwei natürlich, für jede Seite einen) und kam schließlich zu dem Schluß, daß dieses Modell in dieser Form für meine Zwecke und meinen Garnvorrat ungeeignet ist. Schade.
Aber das Muster gefiel mir. Und so redesignte ich eine “normale” Weste mit V-Ausschnitt mit später anzustrickenden Leisten und machte mich frohgemut ans Stricken.

krausgestrickt mit Hebemaschen in Streifen

Dies ist dabei herausgekommen, und ich denke, ich werde doch alles wieder aufziehen. Das Muster schluckt ziemlich viel Material, und da ich “mein” Modell länger als nur 48 cm haben möchte, wird es knäpplich. Rein rechnerisch dürfte ich an dieser Stelle nicht mehr als 25 % meines 500-g-Vorrats verbraucht haben. Tatsächlich wiegt das Teil aber schon 150 g, und ein bißchen bräuchte man ja auch noch für die vorderen und Ärmelkanten.
Nun muß ich mal überlegen, was stattdessen aus dem Garn werden kann.

Lady in Black

Die Tochter meiner Arbeitskollegin hat sich hoffentlich über dieses Outfit gefreut. 🙂

Barbie-Outfit aus einem Rest Sockenwolle (Regia Stretch)

Verarbeitet wurde ein Rest Regia Stretch in “gedämpftem Agentur-Grau” (was bei normalen Leuten schlichtweg Schwarz heißt). Damit man wenigstens ein kleines bißchen erkennen kann, um was es geht, habe ich das Bild an den entscheidenden Stellen etwas aufgehellt. Rock und Top sind an der Strickmaschine im Rippenmuster gestrickt, die Tasche ist gehäkelt.

Das Märchen von den zwei Rundstricknadeln

Alle paar Monate hat irgendwo irgendjemand das Problem, ein großes Strickstück wie einen Poncho oder einen Raglan-von-oben nicht mehr auf die durchschnittliche Rundstricknadel zu bekommen. Ab 300 Maschen wird’s unbequem mit einem Meter Nadel, bei dickem Garn noch früher.
Unweigerlich kommt dann von einer wohlmeinenden Helferin der Tipp, es doch statt mit einer mit ZWEI Rundstricknadeln zu versuchen. Klingt logisch. Bringt aber nichts, wie ich sogleich beweisen werde:

Man beginnt die Maschen von der übervollen ersten auf die zweite Rundstricknadel abzustricken. Wenn man die Reihe oder Runde beendet hat, ist die erste Nadel leer und dafür die zweite übervoll. Die Maschen können nicht wie bei einer einzigen, langen Nadel von der einen Nadelspitze zur anderen rutschen, weil die Nadeln nicht miteinander verbunden sind. Also strickt man von der einen zu kurzen auf die andere zu kurze Nadel und hat keinen Vorteil durch die Verwendung zweier Nadeln.

Was hier aber hilft, ist das Prinzip Nadelspiel. Bei einem Nadelspiel werden alle Maschen mehr oder weniger gleichmäßig auf drei oder vier Nadeln verteilt und eine zusätzliche Nadel wird zum Abstricken verwendet. Auf diese Weise läßt sich das Poncho-RVO-Riesenstrickstück-Problem fabelhaft mit drei Rundstricknadeln lösen: Auf zwei Nadeln kommt jeweils die Hälfte der Maschen, mit der dritten Nadel wird gestrickt. Und wenn zwei Nadeln nicht mehr ausreichen, kann man das Ensemble beliebig erweitern.

Nur die Geschichte von den zwei Rundstricknadeln, die ist eben doch ein Märchen. 😉

Sabrina Ausgabe 06/2006

Bäh. Weitgehend schauerlich.
Mich würde interessieren, was für eine Zielgruppe die Redaktion sich für ihre Modelle vorstellt. Brazilia-Querstreifen wie im Modell 30 für Größe 44 — au weia! Luftig und leicht? Selbst am gertenschlanken Model sieht dieser Pulli aus, als sei ein amoklaufender Graffiti-Sprayer dem Michelin-Männchen begegnet.
Und die Bikinis haben anscheinend einen so grauenhaften Sitz, daß man sie vorsichtshalber gar nicht richtig abbildet.
Einige Designs (1, 22, 23) erinnern mich fatal an Häkeltischdecken und Kelim-Sofakissen aus den 70ern. Aber das ist sicherlich beabsichtigt. Es soll ja niemanden gut kleiden, es soll nur irgendwie (ja, wie?) “cool” oder so aussehen…

Nachahmungstrieb

Manchmal brauche ich eine Weile, um mich zu entscheiden, was als nächstes gestrickt wird.
Das Modell, das ich derzeit in Arbeit habe, habe ich abgeguckt bei Michaela (Eintrag vom 18.04.). Die Stricktechnik finde ich spannend, aber das wäre für mich noch kein Grund, eine Jacke in dieser Art zu stricken. Mir geht es vor allem darum, mit den betonten senkrechten Linien ein kleidsames Muster zu erzeugen.
Da mir die Zipfel am Original-Modell nicht so gut gefallen, habe ich sie weggelassen. Der halbe Jackenkörper (ohne Ärmel) ist mittlerweile fertig und sieht so aus:

“Squares squared” abgewandelt, halbes Leibteil

Als Material habe ich mir etwas Feines ausgesucht: Noro Cash Iroha in Grün und Noro Silk Garden in Regenbogenfarben. Allerdings ist das Stricken mit einer normal “langen” Rundstricknadel keine reine Freude. Die hiesigen Fachgeschäfte führen leider nur maximal 100 cm lange Nadeln. Bei nächster Gelegenheit wird deshalb eine extra lange Nadel online bestellt.